Ausgabe 01 | 2026

Innenspiegel

200 Betriebe ziehen an einem Strang

Starkes Bündnis am Niederrhein

Der Werkstattalltag hat sich verändert. Zwischen Hochvolttechnik, Software-Updates und Fachkräftemangel wächst der Druck. Viele Betriebe fahren auf Sicht – mit wenig Reserve. Allein wird das schnell zur Dauerbelastung. Der Wandel zwingt zur Zusammenarbeit.

Genau hier setzt die Fusion der Innungen Krefeld und Viersen an. Rund 200 Betriebe bündeln ihre Kräfte. Das klingt nach Struktur, ist aber ein klarer Kurswechsel. Denn Größe bedeutet mehr Möglichkeiten. Gemeinschaft wird zur strategischen Antwort.

Ein zentraler Punkt ist die Ausbildung. Moderne Technik verlangt moderne Lernorte. Hochvolt, Diagnose, Digitalisierung – das braucht Ausstattung und Know-how. Gemeinsam lassen sich Investitionen stemmen, die allein kaum möglich wären. Nur gemeinsam entsteht zukunftsfähiger Nachwuchs.

Auch politisch wächst das Gewicht. Gegenüber Behörden und Herstellern spricht jetzt eine stärkere Stimme. Forderungen lassen sich klarer platzieren, Lösungen schneller umsetzen. Das gibt den Betrieben Rückhalt im Alltag, denn Größe schafft Einfluss – und Sicherheit.

Ein Signal setzt auch die Führung. Mit Dietmar Lassek übernimmt ein neuer Obermeister das Steuer der größten Innung innerhalb der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Gleichzeitig wird Richard Tendyck nach zwanzig Jahren als Obermeister und drei Jahrzehnten Vorstandsarbeit zum Ehrenobermeister ernannt – ein Wechsel mit Respekt und klarer Richtung. Erfahrung trifft auf neuen Kurs.

Hinzu kommt der Austausch unter Kollegen. Meisterstammtische und Netzwerke bringen Wissen zurück in die Betriebe, Spezialisierungen werden geteilt, Probleme gemeinsam gelöst. Vernetzung wird zur Stärke.

Die Botschaft ist eindeutig. Wer heute bestehen will, muss Kräfte bündeln. Zukunft entsteht nicht im Alleingang, sondern im Verbund.