Ausgabe 01 | 2026

Technik | Sicherheit | Umweltschutz

Sicherheitsmängel beim Laden an der Steckdose

Lebensgefahr am Ladekabel

Billige Ladekabel aus Fernost fluten den Markt. Doch Prüfungen zeigen: Viele sind brandgefährliche Fallen.

Das Laden an der Schuko-Steckdose gilt ohnehin als Notlösung, doch minderwertige Mode-2-Kabel verwandeln dieses Szenario in ein echtes Risiko. Aktuelle Untersuchungen des BIV offenbaren gravierende Mängel beim Gleichstrom-Fehlerschutz (RDC-DD). Wenn diese Schutzvorrichtung nicht auslöst, liegt im Fehlerfall eine lebensgefährliche Spannung am Fahrzeuggehäuse an. Ein funktionierender Fehlerschutz ist die unverzichtbare Lebensversicherung für Mensch und Technik.

Ein massives Problem ist die thermische Überlastung durch minderwertige Materialien. Zu geringe Leiterquerschnitte führen zusammen mit schlechten Kontakten und fehlenden Temperatursensoren zu extremer Hitzeentwicklung. In der Werkstattpraxis bedeutet das: Ein geschmolzener Stecker ist oft nur die Vorstufe zu einem handfesten Kabelbrand. Minderwertige Hardware ignoriert die physikalischen Grenzen der Strombelastbarkeit.

Tückisch ist zudem die fehlerhafte Kommunikation über die Pilot-Leitung. In Tests täuschten falsche Widerstände dem Bordladegerät eine viel zu hohe Leistungsfähigkeit vor. Das Fahrzeug zieht daraufhin mehr Strom, als Kabel oder Hausinstallation verkraften können. Eine manipulierte Kommunikation führt zwangsläufig zur thermischen Überlastung der Komponenten.

Für Werkstätten gibt es hier keinen Spielraum: Nur Kabel mit echten Zertifikaten von VDE, TÜV oder DEKRA dürfen in den Betrieb. Regelmäßige DGUV-V3-Prüfungen und die Sensibilisierung der Kunden sind für die Haftungssicherheit unumgänglich. Sicherheit bei der Elektromobilität beginnt beim zertifizierten Kontakt zur Steckdose. Das Ladekabel ist kein bloßes Zubehör, sondern eine sicherheitskritische Komponente. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert die Hardware und die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern.