Nachrüstgipfel

Antwort auf die zunehmende Zahl von Diesel-Fahrverboten ist die Hardware-Nachrüstung. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat zwischenzeitlich diversen Nachrüstsystemen endlich die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) erteilt.

 

KFZ-NRW präsentiert gemeinsam mit NRW-Umweltministerin Heinen-Esser am 10.12.2019 im Verbandshaus Hilden die Nachrüstlösungen für Dieselfahrzeuge. Gemeinsam mit Baumot-Twintec, Bosal, Dr Pley SCR Technology und HJS beantwortet KFZ-NRW alle Fragen rund um die Diesel-Hardware-Nachrüstung. Umgerüstete Euro-5-Dieselfahrzeuge stehen bei der Veranstaltung für Probefahrten zur Verfügung. Die Veranstaltung richtet sich an Kfz-Betriebe, die ihren Kunden eine fachgerechte Umrüstung ihrer Fahrzeuge anbieten wollen.

 

Insbesondere die Volumenmodelle von Volkswagen und Audi, die 2015 mit den Motoren der Baureihen EA189 und EA288 den eigentlichen Diesel-Skandal ausgelöst haben, können nun endlich nachgerüstet werden.

Mit der ABE der Hardware-Nachrüstsysteme wird sichergestellt, dass der Emissionswert von 270mg NOx pro gefahrenem Kilometer nicht überschritten wird und die Diesel-Fahrzeuge von Fahrverboten ausgenommen werden.


Die Nachrüstung selbst muss dann von einer anerkannten AU-Werkstatt durchgeführt werden, die den ordnungsgemäßen Einbau sowie die Funktion mit einer Abnahmebescheinigung zur Vorlage bei der Zulassungsbehörde bestätigt. Im Downloadbereich zu diesem Artikel sind die ABE-Verwendungslisten des Kraftfahrt-Bundesamtes für alle nachrüstfähigen Fahrzeugmodelle hinterlegt.


Bei Garantie und Gewährleistungsansprüchen stellen die Nachrüsthersteller die Funktionsfähigkeit der Systeme für eine Laufleistung von 100.000 km oder einer Dauer von bis zu fünf Jahren sicher (je nachdem, was zuerst eintritt). Bereits abgeschlossene Garantien von Daimler oder Volkswagen sollten weiterhin gültig bleiben, es sei denn, die Schäden am Fahrzeug stehen im Zusammenhang mit der Hardware-Nachrüstung. Das Thema ist aber alles andere als neu und ist bereits bei der Nachrüstung von Dieselpartikelfiltern im Kfz-Gewerbe erfolgreich umgesetzt worden.


Die Kosten für die Nachrüstung müssen die Kunden selbst tragen. Allerdings haben Mercedes und VW beim letztjährigen Dieselgipfel mit der Bundesregierung eine Beteiligung an den Nachrüstkosten zugesagt.


Privatkunden, die ihren Erstwohnsitz in einer der von der Bundesregierung definierten Schwerpunktregionen* haben, werden von Mercedes oder Volkswagen einen Zuschuss über ca. 3.000,- € (brutto) für die Umrüstung erhalten.

Mercedes

Für Mercedes-Fahrzeuge kann unter hw-zuschuss.daimler.com geprüft werden, ob die Kriterien für einen Zuschuss erfüllt werden. Nach der Umrüstung kann ein Antrag auf Auszahlung bei Mercedes gestellt werden.

Volkswagen

Volkswagen bietet detaillierte Informationen zu den Rahmenbedingungen einer finanziellen Beteiligung unter www.volkswagen.de/de/besitzer-und-nutzer/wichtige-kundeninformationen/aktuelles-zur-diesel-thematik.html. Die Seite bietet auch ein digitales Antragsformular auf Kostenübernahme.

BMW, Volvo und andere Fabrikate lehnen eine Kostenbeteiligung bei der Hardware-Nachrüstung ab. Wie die Kunden dieser beiden Marken reagieren werden, bleibt abzuwarten.

 

*Schwerpunktregionen in NRW sind: Bochum, Düren, Düsseldorf, Köln