Ausgabe 06 | 2022

Assistenzsysteme

Neue Prüfung – neue Aufgaben.

Assistenzsysteme

Fahrerassistenzsysteme, die früher eher als purer Luxus bei der Fahrzeugausstattung galten, gehören heute zur Standardausstattung von modernen Personen- und Lastkraftwagen.

Zurzeit werden immer mehr Systeme in den Fahrzeugen verbaut und Teilsysteme, wie der Tempomat, der Abstandsregler und der Bremsassistent verschmelzen zu übergeordneten Assistenzsystemen. In diesen werden nicht nur die Informationen verarbeitet, wie z. B. die vom Fahrer über den Tempomat gewünschte Fahrzeuggeschwindigkeit, sondern zusätzlich werden weitere Daten über die Ultraschall- oder Radar-Sensorik zur Datenauswertung herangezogen. Das alles geschieht in rasender Geschwindigkeit. Je nach Fahrsituation muss eine hohe Anzahl von Auswertungszyklen zeitgleich ablaufen können, damit das übergeordnete Fahrerassistenzsystem oder auch Advanced Driver-Assistance System (ADAS) zuverlässig seinen Dienst tun kann. Am Beispiel des Notbremsassistenten kann es hierbei um die berühmten „Sekunden“ gehen.

Diagnosetester erforderlich
Um dementsprechende Assistenzsysteme kalibrieren und einstellen zu können, ist in vielen Fällen ein Diagnosetester erforderlich, der die Kommunikation zwischen Fahrzeug und einzustellender Sensorik aufbauen kann. Zudem sind Solldaten erforderlich, die zur richtigen Positionierung der Kalibriervorrichtungen benötigt werden. Diese Daten liefert der Hersteller des Kalibriersystems, wobei das Kalibiersystem selbst nicht zwingend vom gleichen Anbieter wie der des Diagnosetesters sein muss. Hier lohnt sich der Vergleich.

Bei den Kalibriervorrichtungen wird grundsätzlich zwischen analogen und digitalen Systemen unterschieden. Die digitalen Systeme sind in ihrer Anschaffung zwar teurer, bieten aber gegenüber den analogen Systemen durch ihre monitorbasierte Darstellung deutliche Zeitvorteile bei der Kalibrierung. Sollte im Werkstattalltag aktuell die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen eher selten vorkommen, reicht vorerst ein analoges System für die gängigsten Fahrzeugmodelle aus.

Mit dem Ausbau und den immer komplexer werdenden Assistenzsystemen wird in den nächsten Jahren folglich der Bedarf, diese zu überprüfen, zu kalibrieren, zu warten und zu reparieren, rasant ansteigen. Diese Systeme sind für die Konnektivität bei teilautonomer Steuerung essentiell und damit von entscheidender Bedeutung für die Verkehrssicherheit – nicht nur des eigenen Fahrzeugs. Mit einer nur in zweijährigen Abständen stattfindenden Überprüfung dürfte es künftig deshalb nicht getan sein.

Neue Aufgaben warten
Auch wenn die Fahrzeuge weiterhin zur Hauptuntersuchung (HU) von einer Überwachungsorganisation untersucht werden müssen, macht eine verpflichtende Überprüfung der Assistenzsysteme durch einen Kfz-Meisterbetrieb auf jeden Fall Sinn. Die Kompetenz und Qualität der Prozessabläufe werden dann auch über ein externes Qualitätssicherheitsmanagement gewährleistet werden müssen. Für AÜK-Betriebe warten also neue Aufgaben.