BBiMOG: Ist das wichtig oder kann das weg?

Mit dem jüngst verabschiedeten Berufsbildungsmodernisierungsgesetz (BBiMoG) verfolgt die Bundesregierung ein wichtiges Ziel: Die berufliche Bildung zu stärken und Aus- und Fortbildung für junge Menschen attraktiver zu machen.

 

Gedacht als Antwort auf den Fachkräftemangel und den immer höher werdenden Anteil von Studierenden soll mit dem umfangreichen Maßnahmenpaket auf die duale Ausbildung und die vielfältigen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten der beruflichen Bildung aufmerksam gemacht werden.


Das in der Öffentlichkeit und von den Fachverbänden heiß diskutierteste Element ist sicherlich die neu eingeführte Mindestausbildungsvergütung. Auch wenn sie keinen direkten Einfluss auf das Kfz-Gewerbe in NRW hat, weil hier die tarifierten Ausbildungsvergütungen bereits deutlich über den Mindestanforderungen des Gesetzgebers liegen, ist sie doch nachdrücklich zu kritisieren. Die Aushandlung von Arbeitsbedingungen ist Aufgabe der Tarifpartner, nicht die des Staates. Nichtsdestotrotz hat sich der Gesetzgeber entschieden, dass alle Auszubildenden branchenübergreifend im ersten Ausbildungsjahr als Mindestvergütung ab dem kommenden Ausbildungsjahr 515 Euro erhalten sollen. Bis 2023 steigt dieser Betrag stufenweise auf 620 Euro an. Besonders die im Gesetz verabschiedete prozentuale Steigerung von 18 Prozent für das zweite, 35 Prozent für das dritte und 40 Prozent für das vierte Ausbildungsjahr führt zu einem progressiven Anstieg der Mindestvergütungssätze. Besser wäre hier sicherlich ein Aufschlag von fixen Beträgen gewesen.


Mit dem BBiMoG werden drei Fortbildungsstufen neu eingeführt, die in Anlehnung an die akademische Laufbahn die Hochwertigkeit der beruflichen Fortbildung unterstreichen sollen. Der Servicetechniker wird zukünftig zum „Geprüften Berufsspezialist“, der Meister zum „Bachelor Professional (Handwerksmeister)“ und als höchster Abschluss gilt der „Master Professional“.

 

Prüfungsausschüsse dürfen zukünftig die Abnahme von Prüfungsleistungen (ganz oder in Teilen) an „sachkundige Prüfer“ delegieren, die kein Mitglied des Prüfungsausschusses sind. Damit wird das Prüfungswesen flexibilisiert.

 

Die elektronische Prüfung wirft bereits ihren Schatten voraus.