Einer geht – der Andere kommt

Eine Mehrmarkenwerkstatt sollte es sein.

 

Die hat Kfz-Technikermeister Marcel Di Maio im vergangenen Jahr dann auch gefunden und hat den Kfz-Meisterbetrieb Auto Münk in Willich von Thomas Münk übernommen. Der 30-jährige Inhaber führt die seit Jahrzehnten bestehende Kfz-Werkstatt nun fort und setzt dabei neue Akzente.


Herr Münk, Sie haben Anfang 2017 damit begonnen, einen Nachfolger für Ihre Kfz-Werkstatt zu suchen. Was war der Anlass dafür?


Münk: Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen heißt es ja immer, dass man nicht bis zum Rentenalter warten soll, sondern sich frühzeitig mit dem Thema Nachfolge auseinandersetzen soll. Ich wollte einfach rechtzeitig Verantwortung abgeben und mehr persönliche Freiräume gewinnen. Zum anderen war mir der Fortbestand des Betriebes und der Arbeitsplätze wichtig.


Herr Di Maio, Sie sind Ende 2018 in die Fußstapfen von Herrn Münk getreten und haben seine Kfz-Werkstatt übernommen. Was hat Sie überzeugt?


Di Maio: Ich war damals auf der Suche nach einem Mehrmarken-Betrieb. Wichtig war, dass der Betrieb mir die Möglichkeit bieten sollte, meine Ideen zu verwirklichen und auf dem Bestehenden aufzubauen. Mit ausschlaggebend waren die gute Lage des Betriebes, der lokale Bekanntheitsgrad und die gut qualifizierten und motivierten Mitarbeiter.


Herr Münk, warum fiel die Wahl auf Herrn Di Maio?


Münk: Eine Betriebsnachfolge innerhalb der Familie war keine Option. Deshalb habe ich mich an die Betriebsberatungsstelle von KFZ-NRW gewandt. Gemeinsam haben wir zunächst ein Profil für einen möglichen Nachfolger erstellt, dann die Konditionen festgelegt und anschließend im Tachometer-Magazin eine Anzeige veröffentlicht. Die Resonanz darauf war überaus erfreulich.
Für meinen Betrieb habe ich einen „Macher“ gesucht, der sich täglich um neue Aufträge kümmert und der mit der Kundschaft umzugehen weiß. Manch ein Bewerber dachte, einfach gesagt, dass er nur meinen Platz übernehmen und nichts dafür tun müsse. Als Unternehmer muss man immer aktiv sein. Diese Einstellung habe ich bei vielen Interessenten nicht erkennen können. Bei der Bewertung der Kandidaten kam ich mit Unterstützung der Beratungsstelle zu der Erkenntnis, dass mein Betrieb bei Herrn Di Maio gut aufgehoben ist.


Herr Di Maio, hat die Betriebsberatungsstelle Sie bei den Vorbereitungen unterstützt?


Di Maio: Ja. Die Beratungsstelle hat mich während der gesamten Vorbereitungsphase betreut und stand mir bei der Ausarbeitung des Nachfolge- und Businessplans unterstützend zur Seite. Das Gute dabei war, dass die Beratungsstelle nicht nur einfach die Schreibarbeit für einen übernimmt, sondern den kompletten Prozess begleitet. Sie coacht vor allem in den Bereichen, in denen man selbst fit sein muss. Spätestens fürs Bankengespräch muss man die Unternehmenszahlen kennen und wissen, worüber man spricht. Das ist in jedem Fall besser, als sich von externen Unternehmensberatern alles fix und fertig erarbeiten zu lassen.


Herr Münk, Sie waren viele Jahre Unternehmer. Da fällt einem die Trennung sicher nicht leicht?


Münk: Ich konnte loslassen. Bis 65 oder gar 70 einfach so weiterzumachen und das Risiko einzugehen, ohne Nachfolger dazustehen, war für mich keine Option. Außerdem steht der Betrieb gut da. Die Auslastung ist gut und die betriebswirtschaftlichen Zahlen sind in Ordnung. Sowohl Steuerberater als auch Betriebsberater bestätigten, dass das Unternehmen in einem Zustand ist, der für die Fortführung „unter neuer Flagge“ gut geeignet ist.


Herr Di Maio: Sie sagten es sei Ihnen wichtig, ein Unternehmen zu haben, auf dem Sie aufbauen können. Was haben Sie bisher in die Wege geleitet?


Di Maio: Ich habe damit begonnen den Betrieb zu modernisieren. Das betrifft den Kundenbereich und die EDV. Aber auch die Arbeitsabläufe habe ich auf mich angepasst und weiterentwickelt.  


War es rückblickend die richtige Entscheidung, das Unternehmen zu übernehmen?


Di Maio: Definitiv ja. Die Chance, einen guten Betrieb zu übernehmen, gibt es nicht allzu oft. Da bin ich felsenfest von überzeugt.