Brückenalternativen

Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie sowie des damit verbundenen harten Lockdowns, hat die Bundesregierung zahlreiche Hilfen für betroffene Unternehmen bereitgestellt.

 

Neben der Überbrückungshilfe 3, gibt es weitere Fördermaßnahmen in Form von Krediten und Bürgschaften, die für Kfz-Werkstätten und Autohäuser zur Überwindung der Pandemiesituation in Betracht kommen können.

Die öffentlichen Hilfen wenden sich an Kfz-Betriebe, die sich zum Jahresende 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden und zur Überwindung der Auswirkungen des Lockdowns entweder auf zusätzliche Kredite angewiesen sind und/oder Investitionen für die Zukunft planen. Ebenso sind Umschuldungen ausgeschlossen.

 

Die genannten Förderkredite sind bis zum 30.06.2021 zu beantragen.

 

KfW-Unternehmerkredit
Dieser Förderkredit zielt darauf ab, Unternehmen Mittel für betriebliche Investitionen zu ermöglichen. Auch laufende Kosten, wie Personalaufwand oder Mieten für Betriebsmittel werden finanziert. Ebenso können Vorräte darüber finanziert werden. Der Höchstbetrag der Kreditsumme beträgt
» entweder 25 % des Jahresumsatzes des Jahres 2019
» oder dem zweifachen der Lohnkosten des Jahres 2019
» oder dem absehbaren Finanzierungsbedarf, maximal für die nächsten 18 Monate.

 

Die KfW übernimmt das Ausfallrisiko bis zu 90 % für kleine und mittlere Betriebe, gemäß KMU-Definition. Der Zinssatz beträgt risikoabhängig aktuell zwischen 1 % und 2,12 % (Stand: 22.02.2021). Die Laufzeit beträgt 6 Jahre, bei Kreditvolumen von mehr als 800.000,- € bis zu 10 Jahren. Die Kreditwürdigkeitsprüfung erfolgt über die Hausbank.

 

Für Existenzgründer und junge Unternehmen (bis 5 Jahre nach Gründung) kommt für die genannten Finanzierungsanlässe der ERP-Kredit-Universell in Betracht.

 

KfW-Schnellkredit
Der KfW-Schnellkredit ist für Investitionen mit geringerem Mittelbedarf gedacht. Die maximal beantragbare Kreditsumme beträgt grundsätzlich 25 % des Jahresumsatzes des Jahres 2019, allerdings unter Berücksichtigung der Anzahl der Beschäftigten.

 

Soloselbständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten können bis zu 300.000,- €, zwischen 11 bis 50 Mitarbeitern 500.000 ,- € und ab 51 Vollzeitbeschäftigten bis zu 800.000,- € pro Kreditsumme beantragen.

 

Die KfW übernimmt für diesen Förderkredit 100 Prozent der Haftung. Der Zinssatz beträgt 3 % p.a. (Stand 22.02.2021). Die Tilgungsdauer beträgt maximal 10 Jahre, wovon bis zu 2 Jahre tilgungsfrei sein können.

 

Während der tilgungsfreien Zeit fallen lediglich vierteljährlich Zinsen an. Eine vorzeitige Rückzahlung des Kreditbetrages ist möglich – ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.

 

Interessant ist, dass für den Schnellkredit keine Risikoprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers von der Hausbank verlangt werden. Zudem müssen keine Sicherheiten gestellt werden, wie sonst bei Förderkrediten üblich.

 

Die Bank holt zur Beurteilung der Bonität lediglich eine Auskunft einer anerkannten Auskunftei (z. B. Schufa, Creditreform) ein. Voraussetzungen für die Beantragung über die Hausbank sind, dass der Betrieb zum Antragszeitpunkt keine Negativmerkmale bei einer Auskunftei für den Antragssteller oder das Unternehmen vorlagen.


Außerdem muss das Unternehmen im Zeitraum von 2017 bis 2019 im Durchschnitt Gewinne erzielt haben.


Der KfW-Schnellkredit kann nicht gleichzeitig mit anderen KfW-Förderkrediten beantragt werden oder in Kombination mit einem ab 2020 in Anspruch genommenen KfW-Unternehmerkredit gewährt werden.

 

Bürgschaften
Unternehmen, die sich Ende 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben und bei denen anderweitige Finanzierungen nicht in Betracht kommen, können über die Bürgschaften der Länder und des Bundes frisches Geld von der Bank, z. B. für Investitionen oder zur Aufstockung ihres Kontokorrents erhalten. Auch Kleinstbetriebe können mit dem Bundes- bzw. einer Landesbürgschaft NRW gefördert werden.


Bis zu einer Bürgschaftssumme von 250.000,- € gibt es zwei Varianten:


Variante A: Sehr schneller (taggleicher) Bewilligungsprozess, sofern die Hausbank sich zu 10 % am Kreditausfallrisiko beteiligt.
Variante B: Übernahme der Haftungsfreistellung gegenüber der Hausbank zu 100 % für Unternehmen, für die die Hausbank ihr unter Variante A genanntes Obligo ablehnt.

 

Für Bürgschaften bis 2.500.000,- € können Unternehmen eine Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben bzw. -anlass direkt an die Finanzierungsportale der Bürgschaftsbanken richten.

 

Bürgschaften sind mit anderen bestehenden Förderkrediten kombinierbar.

Ansprechpartner ist:

Wolfgang Esser

Tel.: +49 211 92595 22
E-Mail: esser@remove-this.kfz-nrw.de