Ein gesundes Verhältnis

Die Beziehung zwischen Innung und Berufsschule ist nicht immer ganz einfach – könnte sie aber sein!

 

Gesunde Berufsschule – wieder ein neuer Trend? Nicht für die Kfz-Innung Mettmann! Denn hier wird das innovative Berufsschulmodell GigS- „Ganztag in der gesunden Berufsschule“– bereits seit 10 Jahren praktiziert. Gemeint ist damit die Integration der Themen Bewegung, Ernährung und Gesundheit in den Berufsschulunterricht.


Basis dieses Modells ist ein einziger zehnstündiger Berufsschultag pro Woche, der ergänzt wird durch zwei Projektwochen pro Schuljahr mit insgesamt vierzig Unterrichtsstunden. Vorteil für die Betriebe: Die Anwesenheitszeiten der Azubis im Betrieb werden erhöht, ohne Einschränkungen an den Berufsschulzeiten oder Inhalten machen zu müssen. 


Im Laufe des Schultages werden an den beiden Berufskollegs in Hilden und Velbert Bewegungs-, Konzentrations- und Entspannungsübungen in den Unterricht integriert. Ein weiterer wichtiger Baustein stellt die gesunde Verpflegung der Azubis  dar. Ein Lehrer geht mit den Schülern gemeinsam in die Kantine, wo eine Auswahl an drei gesunden Mahlzeiten bereitsteht. Auch zwischen den Unterrichtsstunden werden Getränke- und Obstpausen eingelegt. 


Obermeister Alfons Kunz – der geistige Vater dieses Modells- betont als wichtigsten Erfolgsfaktor die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Innung und Berufsschulen. „Es muss ein gemeinschaftliches Miteinander zwischen Innung und Berufsschule herrschen. Man kann keinen Zwang ausüben und ein solches Modell gegen Widerstände einführen. Es muss von allen Beteiligten getragen werden“, so Kunz. Ausdruck dieses partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen Innung und Berufsschule ist auch die regelmäßige Teilnahme der Lehrerschaft an Innungsversammlungen. Das fördert auch das Verständnis bei den Lehrern für die Belange der Ausbildungsbetriebe.