Eine starke Gemeinschaft

Die Branchenorganisation des Kfz-Gewerbes in Nordrhein-Westfalen verteilt sich auf 46 Innungen. Auch in diesem Jahr trafen sich die Innungsgeschäftsführer zusammen mit den Kollegen von KFZ-NRW zu ihrer jährlichen Arbeitstagung. Tagungsort war das rheinische Monheim.

 

Natürlich stand auch diese Zusammenkunft unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. So bereitete die in nahezu allen Regionen gesunkene Zahl der Ausbildungsverhältnisse Sorgen. Dabei wurden unterschiedliche Ursachen für diese Entwicklung ausgemacht. Zum einen wurde Zurückhaltung bei zahlreichen Betrieben festgestellt, Ausbildungsplätze in einer Zeit bereitzustellen, in der gerade junge Leute als potenzielle Infektionsträger wahrgenommen werden. Auch scheuten einige Betriebe aufgrund der Planungsunsicherheit die Investition in Ausbildungsplätze. Zum anderen waren in vielen Regionen offensichtlich auch weniger junge Leute bereit, eine Ausbildung zu beginnen, und entschieden sich für die Fortsetzung einer schulischen Weiterbildung, vorzugsweise auf einer höheren Handelsschule.

 

Ebenfalls eine Konsequenz der Corona-Pandemie ist die Situation in den Kfz-Zulassungsstellen im Land. Bei einer großen Anzahl von Straßenverkehrsämtern gibt es bereits einen erheblichen Zulassungsstau. Offensichtlich sind viele Verantwortliche in der öffentlichen Verwaltung nicht in der Lage bei der Abwägung zwischen Sicherheit für die Mitarbeiter und Funktionsfähigkeit der Arbeitsabläufe die richtigen Entscheidungen zu treffen. In der Folge legen sich Behörden selbst lahm. Mit Blick auf den durch Herstellerdruck und Umsatzsteuererhöhung zu erwartenden Zulassungswettlauf zum Jahresende wirkt die Ankündigung vieler Zulassungsstellen, ab dem 23.12.2020 zu schließen, wie eine Drohung.


Durch den gemeinsamen Druck von KFZ-NRW und Innungen lenkten zahlreiche Landräte und Oberbürgermeister bereits ein.


Doch in vielen Städten und Landkreisen gibt es noch keine Entwarnung. Die Situation in den Zulassungsstellen war bereits vor Corona aus Sicht der Autohäuser problematisch. Die Zuspitzung in diesem Jahr beweist aufs neue, wie wichtig die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist. Nachbarländer, wie die Niederlande oder auch Dänemark machen es vor, dass die Online-Zulassung von Fahrzeugen realisiert werden kann. KFZ-NRW hat seine Forderungen an die Landesregierung klar positioniert. Erste positive Signale machen Mut.


Zwei weitere Schwerpunkte der Tagung waren die Einführung der Akkreditierten Überprüfung im Kfz-Gewerbe (AÜK) und die Neugestaltung der Theoretischen Gesellenprüfung. 


Einführung der Akkreditierten Überprüfung im Kfz-Gewerbe
Bis auf nur wenige Innungen steht die Organisation in NRW bereits mitten in der Umsetzung des Projektes. Nach der Einbindung der Betriebe in die AÜK durch Abgabe der Beitrittserklärung berieten die Teilnehmer über die nächsten Schritte, mit dem die Betriebe durch die Innungsbeauftragten die Erfüllung der einzelnen Anforderungen in der Zentralen Datenbank dokumentieren müssen. KFZ-NRW bietet den Innungsgeschäftsstellen personelle Unterstützung an. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang vor allem organisatorische und betriebswirtschaftliche Fragestellungen, die sich aus den weiteren Projektschritten für die Innungsgeschäftsstellen ergeben. 

 

Neugestaltung der Theoretischen Gesellenprüfung 
Die Bemühungen um eine Modernisierung und weitere qualitative Verbesserung der Prüfung dienen letztlich den Fortschritten bei der Digitalisierung des Prüfungswesens. Der eingeschlagene Weg entlastet im Ergebnis das Ehrenamt in den Prüfungsausschüssen und stützt langfristig ein nachhaltiges Qualitätsmanagement im Prüfungswesen.


Bei aller Kritik, die sich gerade aus den Kreisen der Berufsschullehrerschaft gegen die Struktur der neuen Prüfung richtet, überwiegen die Vorteile klar. Ziel muss es sein  innerhalb der neu gewählten Struktur die Qualität der Prüfung zu verbessern.


Am Abend gab es Gelegenheit, bei einem gemeinsamen Barbecue und dem ein oder anderen Bier, Themen zu vertiefen und Erfahrungen im Umgang mit den gegenwärtigen Herausforderungen auszutauschen. Das Bewusstsein mit vielen anderen Kollegen im Interesse der Kfz-Betriebe in NRW an einem Strang zu ziehen, hilft Zuversicht und Motivation zu stärken.