Ausgabe 04 | 2022

Hülsdonk geht, Grün kommt, NRW bleibt!

Abtritt von Wilhelm Hülsdonk.

„Nach 17 Jahren im Amt und 70 Jahre alt ist es irgendwann Zeit“, begründete Wilhelm Hülsdonk kurz und bündig seinen lange vorab angekündigten Rücktritt vom Amt des Bundesinnungsmeisters vor den Mitgliedern des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes bei der Vollversammlung in Hamburg.

Hülsdonk blickt auf ein langes und beispielloses Engagement im Ehrenamt für die Branchenorganisation zurück: vom Obermeister seiner niederrheinischen Innung, über die Vorstandsarbeit im nordrhein-westfälischen Landesverband bis hin zum Amt des Bundesinnungsmeisters an der Spitze des Kraftfahrzeughandwerks und als Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks hat er auf allen Stufen der Branchenorganisation Verantwortung getragen und gestaltet. Er gab viele entscheidende Impulse für wichtige Projekte der Branchenorganisation. Ein stetes Anliegen war ihm, den Kfz-Betrieben in der Teilhabe an technischen Informationen und bei der Beteiligung an der technischen Fahrzeuguntersuchung Augenhöhe mit Automobilindustrie und Überwachungsorganisationen zu schaffen. Zahlreiche Strukturen in der Branche gehen auf seine Arbeit zurück. Es ist ihm trotz erheblicher Interessengegensätze und politischer Widerstände durch seine besonnene und ausgleichende Art gelungen, auch Anerkennung bei anderen Akteuren des automobilen Aftersales-Markt zu gewinnen. Er hat über die Branche hinaus entscheidend daran mitgewirkt, Menschen zusammenzuführen und jungen Leuten eine Perspektive durch Aus- und Weiterbildung zu geben. So geht auch die Entwicklung des Berufsbildes des Kfz-Mechatronikers auf sein Konto.


Lange vor seinem Abschied hatte Wilhelm Hülsdonk mit der silbernen und goldenen Verbandsnadel bereits alle Ehrungen der Organisation empfangen. Per Akklamation wählten ihn daher die Mitglieder in Hamburg spontan zum Ehrenbundesinnungsmeister.

In einer launigen und zugleich sehr persönlichen Rede nahm Wilhelm Hülsdonk Abschied als „oberster Schrauber der Nation“. Augenzwinkernd erinnerte er sich an seine Anfangszeit als junger Betriebsinhaber und das sich selbst gegebene Versprechen: „Bevor Du alt bist, hörst Du wieder auf!“

Mit 55 Jahren stellte sich Detlef Peter Grün, Kfz-Unternehmer aus dem westfälischen Ennepetal, als einziger Kandidat der Wahl zum neuen Bundesinnungsmeister und erhielt das uneingeschränkte Vertrauen der Mitglieder. Detlef Peter Grün trägt bereits als Obermeister seiner Heimatinnung und als einer der beiden Vizepräsidenten des nordrhein westfälischen Landesverbandes Verantwortung.

Vor rund 30 Jahren gründete Grün als Kfz-Elektriker-Meister seinen Kfz-Betrieb und ist mit vielen Akteuren in der Branche gut vernetzt. Zahlreiche Projekte, wie zum Beispiel AÜK, hat er in seiner Innung erfolgreich umgesetzt. In seinem neuen Amt will Grün die Arbeit seines Vorgängers fortsetzen. Eines der Mammutprojekte, denen er sich verschrieben hat, wird die Sicherung des Zugangs von Kfz-Betrieben zu sicherheits- und diebstahlrelevanten Daten (SERMA) sein. Hier bedarf es noch erheblicher Arbeit in Brüssel und Berlin.

Durch seine unternehmerische Erfahrung, gute Branchenkenntnis und die gute Einarbeitung durch seinen Vorgänger fühlt sich Grün gut gerüstet für die vor ihm liegende Aufgabe. Dass er auch Gespür für politische Prozesse besitzt, hat Grün bereits bei der nicht ganz einfachen Fusion seiner Innung vor acht Jahren bewiesen. „Das Amt des Bundesinnungsmeisters ist eine echte Herausforderung,“ so Grün „auf die ich mich freue!“

Als passionierter Jäger ist Detlef Peter Grün es gewöhnt, nicht aus der Hüfte zu schießen, sondern mit Geduld und Zuversicht zielgenau die richtige Gelegenheit zu ergreifen.

Unser Mann für die Berufsbildung

René Gravendyk hat vor genau 30 Jahren seine Kfz-Meisterprüfung bestanden. Zuvor hatte er bereits neben seiner Gesellenprüfung auch eine Ausbildung als Bürokaufmann absolviert. Seit 2011 ist er selber Inhaber des einst elterlichen Renault-Autohauses in Goch.

Das Thema Aus- und Weiterbildung liegt Gravendyk besonders am Herzen. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich in diesem Bereich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert, z.B. als Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss seiner Innung. Als Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses von KFZ-NRW und beim Zentralverband des Deutschen Kfz Gewerbes (ZDK) will er die Rekrutierung von Auszubildenden und Mitarbeitern auch in Zukunft weiter vorantreiben und so den notwendigen Nachwuchs an Fachkräften für die Branche sichern. Die Einführung eines Online-Prüfungsformats und die Modernisierung der Ausbildungsinhalte sind seine Anliegen.

Neben seiner Vorstandsarbeit bei KFZ-NRW übernimmt er nach seiner Wahl auf der Mitgliederversammlung im Juni auch einen Sitz im ZDK-Vorstand. Dort soll das Thema Berufsbildung durch ihn besonderes Gewicht erhalten.