Lockdown: Was lange gärt...

Während die Kfz-Werkstätten bisher von Betriebsschließungen unberührt durch die Corona-Krise gekommen sind, begann für die Autohäuser ab November 2020 eine harte Zeit.

 

Im Autohandel trat faktisch der Stillstand ein. Im Unterschied zu anderen Branchen, die einen Teil des durch den Lockdown erzwungenen Umsatzrückganges durch Online-Verkäufe kompensieren konnten, war das für die Autohäuser keine Option: Vertragsanbahnung über das Internet ja – Kaufabschluss nein. Die vielerorts zu lesenden „Experten“-Ratschläge, Webpräsenzen durch Shop-Angebote zu ergänzen, waren keine Lösung. Kaum ein Privatkunde kauft sein Auto – egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen – ohne Besichtigung, selten ohne Probefahrt. Kaufabschlüsse mit Geschäftskunden wurden auch bisher schon am Telefon getätigt. Dafür lohnt sich kein Webshop. Der Jammer für den Autohandel ist in den Zulassungs- und Besitzumschreibungsstatistiken zu besichtigen: in allen Fahrzeugsegmenten sanken die Zahlen im Januar, Februar gegenüber dem Vorjahr drastisch.

 

Die Appelle von KFZ-NRW, die Autohäuser offen zu halten, blieben ohne Erfolg. Auch die Präsentation eines speziellen Hygienekonzeptes half nicht. Seit der zweiten Märzwoche erlebt der Handel die ersten Lockerungen: mit „click-and-meet“ (Einkauf nach Terminvereinbarung), bei geringem Inzidenzwert und mutigen Lokalpolitikern auch wieder regulär. Man kann nur hoffen, dass dies zur richtigen Zeit kommt, um im Frühjahrsgeschäft punkten zu können und die Umsatzverluste – die sich mittlerweile auch im Service auswirken – ein wenig auszugleichen.