Ausgabe 04 | 2022

Hausbesuch

Die Sicherheitsprüfung im Fokus.

Mit dem erfolgreichen Aufbau der AÜK, der akkreditierten Überprüfung im Kfz-Gewerbe, lag der Fokus der zurückliegenden 2 Jahre auf der Abgasuntersuchung und Gasprüfung. Aber zur AÜK gehört auch die Sicherheitsprüfung.

KFZ-NRW nahm daher das Angebot des neuen Bundesinnungsobermeisters und Inhabers des Unternehmens Kfz-Grün, Detlef Peter Grün, gerne an, um sich vor Ort in Ennepetal zum Themenschwerpunkt Sicherheitsprüfung auszutauschen.

Bundesweit werden jährlich rd. 1,1 Mio. Sicherheitsprüfungen (SP) an SP-pflichtigen Fahrzeugen durchgeführt. Dabei teilen sich die Überwachungsorganisationen und die anerkannten SP-Werkstätten (aW) das Prüfaufkommen etwa 1:1 auf. Allein in NRW werden jedes Jahr rd. 110.000 SPs in rd. 650 aW durchgeführt. Dabei liegt der zeitliche Aufwand je nach Fahrzeugtyp zwischen rd. 1 h bis zu 6 h und es gibt Fahrzeugarten (siehe Abb.), die 3 x jährlich geprüft werden müssen.

„Ein enormes Potenzial für eine SP-anerkannte Werkstatt. Da alleine in NRW noch rd. 110.000 Prüfungen außerhalb der AÜK durchgeführt werden, könnten sich nicht SP-anerkannte Werkstätten ein neues Geschäftsfeld erschließen, denn nach der Prüfung kommt bei einer Mängelquote von rd. 35 % in der Regel auch der Reparaturauftrag“ so D.P. Grün. Schnell gerechnet sind das knapp 40.000 Reparaturaufträge.

Um die Komplexität aber auch das Potenzial einschätzen zu können, führte D.P. Grün den Besuchern eine SP an einem LKW vor. Fazit von D.P. Grün: Kein Hexenwerk, auch dank moderner digitaler Unterstützung, aber auch nicht mal eben so gemacht, denn mit

  • Fahrgestell / Fahrwerk / Aufbau /  Verbindungseinrichtungen  
  • Lenkung  
  • Reifen / Räder  
  • Bremsanlage 

 

ist quasi das gesamte Fahrzeug zu überprüfen. Lediglich die Abgas- und Beleuchtungsanlage ist kein Prüfgegenstand.
„Der, der die SP anbietet, zeigt also auch seine Kompetenz und die meisten Betriebe würden die Anerkennungsvoraussetzungen erfüllen. Die dafür notwendige Erstschulung mit 4 Tagen Dauer ist oft das Einzige, was den Betrieben fehlt“, so D.P. Grün. Übrigens können Auskünfte zum Anerkennungsverfahren bei der zuständigen Kfz-Innung eingeholt werden.

Sehr kontrovers diskutiert wurde dann eine Änderung der StVZO zum Prüfablauf der SP. Konnte dieser bisher bei einem festgestellten Mangel zum Zwecke der Reparatur unterbrochen werden, so ist dieses nicht mehr zulässig. Die Prüfung ist vollständig (weiter) durchzuführen, festgestellte Mängel sind zu dokumentieren und die Prüfung ist dann für diesen Fall (Mängel vorhanden) mit nicht bestanden abzuschließen. Nach der Mängelbeseitigung ist dann eine erneute Prüfung (Nachprüfung) durchzuführen und zu dokumentieren. „Aus bisher 1 mach nunmehr 2“ könnte man sagen. Hierzu wird es noch erklärender Informationen aber auch einer Änderung in der Software AÜK-Plus bedürfen. Ein Vorstoß beim Verordnungsgeber soll hier Klarheit schaffen. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird KFZ-NRW darüber berichten. Daher bleibt es zunächst rein spekulativ, wie sich diese Änderung auf das Kundenverhalten aber auch die Abläufe in der aW auswirken werden.

Das Fazit der Besucher war dann auch neben informativen Gesprächen die Erkenntnis, dass die SP eine hochwertige und komplexe Prüfung ist und der durchführenden  Werkstatt höchste Kompetenz bescheinigt.