Ausgabe 04 | 2022

Scheitern als Chance: Studienabbrecher

Werden als potenzielle Fachkräfte übersehen.

Als potenzielle Fachkräfte für Kfz-Betriebe werden sie häufig noch übersehen: Studienabbrecher.

Das Abitur hat sich mittlerweile zum Standardschulabschluss gewandelt. Noch nie haben so viele junge Menschen sich für ein Studium entschieden. Doch viele scheitern. Die Gründe, warum ein Studium nicht zu Ende geführt wird, sind vielfältig. Für den Einen ist das Studium zu theorieorientiert und vermisst den Bezug zur Lebenswelt, ein Anderer ist mit den Anforderungen der Selbstorganisation überfordert und manchem geht schlichtweg das Geld aus. Etwa jeder Dritte bricht ab und sucht nach neuen beruflichen Perspektiven. In den technischen Studiengängen ist die Zahl sogar noch höher.

Eine wahre Fundgrube für geeignete Fachkräfte, die zumindest die entscheidenden Basisfähigkeiten besitzen. Eine duale Ausbildung im Kfz-Gewerbe hat Bewerbern einiges zu bieten: Praxiserfahrung, eine feste Struktur sowie eine geregelte Ausbildungs- und Aufstiegsplanung. Vor allem über Social-Media und aktive Ansprache durch eigene Mitarbeiter kann der Betrieb häufig Ausbildungswillige erreichen.

Das „Zweite-Chance-Prinzip“ wird von vielen Umsteigern angenommen. Sie absolvieren häufig zielstrebiger ihre Ausbildung als viele jüngere aber minderqualifizierte Kandidaten.

Diese Quelle, an Fachfachkräften für „morgen“ zu kommen, sollte sich der Betrieb nicht entgehen lassen.

Fest steht: Betriebe müssen überzeugen können

"Viele Branchen sind einem starken Wandel unterworfen. Die zunehmende Digitalisierung, immer komplexere und neue Technik sind verantwortlich für den erhöhten Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ganz besonders im Kfz-Bereich.

Aber der Bedarf an hoch spezialisierten Arbeitskräften ist nicht ausschließlich den technischen Entwicklungen zuzuschreiben. Überall herrscht Wettbewerbsdruck, so inzwischen auch bei der Akquise von fähigen Mitarbeitern.
Um auch zukünftig ausreichend qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zur Verfügung zu haben, muss bereits bei der Ausbildung angesetzt werden. Es reicht zudem nicht nur von dem attraktiven Beruf des Kfz-Mechatronikers zu reden. Die Betriebe müssen auch durch ein transparentes Ausbildungskonzept, zahlreiche Weiterbildungsangebote sowie Arbeitsplatzsicherheit überzeugen."

René Gravendyk
Vorsitzender des Berufsausbildungsausschusses