Wir müssen reden

Im Zentrum der Regionalgespräche standen drängende Branchenthemen.

 

Mit coronabedingter Verzögerung fanden die diesjährigen Regionalgespräche erst im August statt. Das Verbandshaus in Hilden und die Kreishandwerkerschaft Hellweg in Soest waren gut besuchte Treffpunkte für die Obermeister und Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Kfz-Innungen mit dem Führungsteam von KFZ-NRW rund um Präsident Frank Mund. 

 

Gleich zu Beginn sprach Mund die aktuelle Situation in den Kfz-Zulassungsstellen als eine der größten Belastungen für den Autohandel an. Nach Zwangsschließungen wird nun der Fahrzeugabsatz erneut eingebremst. Gerade in den großen Städten sorgen Bearbeitungszeiten von sechs und mehr Wochen für großen Ärger. Viele Kfz-Innungen hatten sich bereits an die kommunalpolitisch Verantwortlichen in ihren Regionen gewandt, – in vielen aber längst nicht in allen Fällen mit Erfolg. Die Engpässe in den Behörden haben unterschiedliche Gründe. Die Lösung wäre ein elektronisches Verwaltungsportal, über das die Kfz-Betriebe Fahrzeuge direkt zulassen könnten. Mund kündigte deshalb eine Verbandsinitiative zur Online-Zulassung für Autohäuser an. 

 

Fortschritte bei der Digitalisierung von Prozessen präsentierte KFZ-NRW in der Weiterentwicklung der Gesellenprüfung. Über eine eigene Prüfungsplattform kann die Landesverbandsorganisation für ihre Innungen die theoretischen Prüfungen online abbilden. Im Unterschied zu der elektronischen Prüfung im Vorjahr entfallen dabei die hohen Kosten für einen Dienstleister – vorausgesetzt, der Prüfungsstandort verfügt über ausreichende Computer für die Prüflinge und eine stabile Internetverbindung. Die Vorteile einer elektronischen Prüfung durch die sofortige Auswertung der Prüfungsergebnisse sprechen für sich. In diesem Jahr wurden bewusst acht Standorte mit sehr unterschiedlichen Strukturen ausgewählt.

Ebenfalls neu sind Format und Inhalt der Prüfung in Papierform.  Die Entwicklung der digitalen Prüfungsplattform ermöglicht es, die Papierprüfung inhaltsgleich mit der Onlineprüfung abzubilden. Damit kann die Prüfung trotz unterschiedlicher Prüfungswege (online/analog) erstmals landeseinheitlich abgehandelt werden. Für neue Online-Prüfungsstandorte steht bei etwaigen technischen Problemen die Papierprüfung nun als „Rettungsanker“ zur Verfügung.

 

Präsident Mund zeigte sich über die Umsetzung der „Akkreditierten Überprüfung im Kfz-Gewerbe“ (AÜK) in NRW zufrieden, wenngleich es in einigen wenigen Innungen noch immer Defizite gibt. Mund appellierte an die Verantwortlichen, das Thema in ihren Innungen offensiv anzugehen.


Die Integration der anerkannten Werkstätten in das neue System ist für den Erhalt von AU, SP, GAP als eigenverantwortliche Prüfungsdienstleistungen in den Kfz-Betrieben alternativlos. Auch gegenüber den Überwachungsorganisationen muss das klare Signal gesetzt werden, dass die Kfz-Betriebe Partner auf Augenhöhe bleiben wollen.