Zu Risiken und Nebenwirkungen

Bei Reparaturaufträgen zählt neben der Werkstattleistung auch die umfassende Aufklärung des Kunden.

 

Mit der Reparatur von Fahrzeugen ist es so eine Sache. Auch wenn sie erfolgreich war, heißt das noch lange nicht, dass das Fahrzeug wieder wie neu ist. Zwei aktuelle Gerichtsurteile machen deutlich, wie wichtig es ist, den Kunden auf mögliche Folgeschäden an seinem Fahrzeug oder sogar Gesundheitsgefahren für die Insassen hinzuweisen. Dabei schuldet der Betrieb erst einmal nur das, was beauftragt wurde. Wenn es im Auftrag heißt „Tachoeinheit prüfen,- ohne Funktion“, erfüllt der Betrieb seine Pflicht, wenn er genau das tut.


Aber was, wenn der Kunde mit seinem Fahrzeug kurz nach dem Werkstattbesuch einen schweren Unfall erleidet, weil die Bremsen versagt haben? Tragisch, für den Betrieb aber folgenlos, wie das OLG Koblenz entschied (Urt. vom 18.07.2019, Az. 1 U 242/19). Hatte der Betrieb keinen Anlass, die Funktionsfähigkeit der Bremse zu prüfen, haftet er nicht. Eine Hinweispflicht als vertragliche Nebenpflicht besteht nur, wenn der Betrieb den Defekt der Bremse hätte erkennen müssen. Anders der Fall bei einer Motorreparatur, bei der die Steuerkette demontiert und später wieder eingebaut wird. War sie bereits gelängt und musste dem Monteur das auffallen, z.B. weil die Kettenglieder zu viel Spiel hatten, muss er den Kunden darauf hinweisen. Tut er das nicht und kommt es zu einem Motorschaden, kann der Kunde Schadensersatz verlangen, wie das OLG Düsseldorf entschied, (Urt. vom 17.10.2019, Az. I-21 U 43/18). 


Ganz nebenbei: ein ordentlich Informierter wird auch einen Folgeauftrag erteilen.