Was ist meine Firma wert?

Viele Unternehmer haben bei der anstehenden Betriebsübergabe keine konkreten Vorstellungen, was ihr Lebenswerk einem Nachfolger wert sein müsste.

 

Weder die Bilanz noch die betriebliche Erfolgsrechnung oder Umsatz können eine verlässliche Antwort auf diese Frage geben. Zudem verkauft man sein Unternehmen nur einmal, so dass auch keine Erfahrungswerte vorliegen. Vorausschauende Betriebsinhaber lassen den Betrieb deshalb frühzeitig bewerten – mit einem objektiv ermittelten Wertansatz als Verhandlungsbasis, überzeugt man potenzielle Übernehmer leichter. 


Ein aussagefähiges Wertgutachten kann Unternehmern helfen eine realistische Kaufpreisidee zu finden. Eines jedoch vorweg: einen Gegenwert für investiertes Herzblut, 30 Jahre Arbeit, sechs Tage in der Woche, kaum Urlaub kann kein Wertgutachten berücksichtigen.


In der Praxis gibt es jedoch nicht die einzig richtige Bewertungsmethode. Meistens führen verschiedene Wege zur Findung eines marktgerechten Verkaufspreises eines Unternehmens. Am Anfang eines solchen Prozesses muss aber zu allererst geklärt werden, was denn überhaupt und wie es verkauft werden soll? Lediglich der Geschäftsbetrieb mit einer Verpachtung der Betriebsimmobilie? Oder Verkauf des Unternehmens mit allen Wirtschaftsgütern? Will man einzelne Wirtschaftsgüter (Asset-Deal) wie bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften üblich oder die gesamte Gesellschaft (Share-Deal) veräußern?


Anlagenbewertung  
Falls ausschließlich Wirtschaftsgüter eines Geschäftsbetriebes veräußert werden sollen, sollte zu den bekannten bilanziellen Buchwerten eine Verkehrswertstellung des betrieblichen Inventars erfolgen. 


Eine Bewertung der Immobilie zum Verkehrswert ist die Grundlage für die Ermittlung des Marktpreises oder eines angemessenen Pachtzinses. Eine moderne und intakte Betriebseinrichtung und eine sanierte Immobilie stellen die betriebliche Substanz dar und beeinflussen den Kaufpreis ganz entscheidend. 


Unternehmensbewertung
Soll dagegen eine Gesellschaft veräußert werden, geht es um eine Unternehmensbewertung. Nur ein rentabel wirtschaftendes Unternehmen ist auch zukunftsfähig. Dazu muss ein Betrieb nicht nur seine Kosten hereinwirtschaften, sondern auch kalkulatorische Aufwendungen. Dazu gehören Inhaberentnahmen, Ehegattentätigkeit, Mieten oder das Bilden von Rücklagen für Zukunftsinvestitionen, die im Jahresabschluss entweder gar nicht oder nur unvollständig enthalten sind. Zur Feststellung wird meistens eine vereinfachte Form des Ertragswertverfahrens gewählt, die den Durchschnittsgewinn vor Steuern und Zinsen - das sogenannte EBIT - der letzten drei bis fünf Jahre ermittelt. Mit einem Faktor zwischen vier und fünf multipliziert, gelangt man zur vereinfachten Ertragswertfeststellung des Unternehmens. Für eine überschlägige Wertermittlung eines Unternehmens ergibt dies zumindest einen ersten Anhaltspunkt.


AWH-Verfahren
Sehr viel geeigneter für Kfz-Betriebe und Autohäuser ist das sogenannte AWH-Verfahren. Das Kürzel steht für „Arbeitsgemeinschaft der Wertermittelnden Betriebsberater im Handwerk". Beim AWH-Verfahren werden die Gewinne der vergangenen Jahre analysiert und um Einmaleinflüsse bereinigt. Dann werden einzelne Wirtschaftsjahre gewichtet, wobei diejenigen aus der jüngeren Vergangenheit einen höheren Stellenwert haben. Das Ergebnis wird dann in die Zukunft projiziert.


Branchenkenntnis
Branchenbesonderheiten sind bei Bewertungen immer entscheidend. Die Wertgutachten der Betriebsberatungsstelle von KFZ-NRW akzeptieren deshalb auch die Banken, die eine Übernahme finanzieren oder eine öffentliche Mittelbank, wie die KfW, einbinden. Aber Unternehmenswert ist nicht gleich Kaufpreis. Die Kreditinstitute achten darauf, dass trotz Unternehmenswertfeststellung keine überhöhten Kaufpreise finanziert werden. Auch bei Streitigkeiten mit dem Finanzamt im Rahmen von Schenkungen innerhalb der Familie kann ein objektives Wertgutachten hilfreich sein.


Die Betriebsberatungsstelle von KFZ-NRW hat dazu die Branchenkenntnisse aus vielen Bewertungen und steht den Mitgliedsbetrieben zur Erstellung von Wertgutachten zur Anlagenbewertung als auch für ganzheitliche Unternehmensbewertungen nach dem AWH-Standard zur Seite.

Ansprechpartner ist:

Wolfgang Esser

Tel.: +49 211 92595 22
E-Mail: esser@remove-this.kfz-nrw.de