Wenn man's weiß...

Vom „Bürokratiemonster“ bis zu „gar nicht so schlimm“ reichen die Einschätzungen der Änderungen in der Abgasuntersuchung (AU/AUK) der letzten Jahre.

 

Im Grunde war es so wie überall, wer über die Neuerungen informiert war und sie verstanden hatte, für den war es ein Klacks. Aber es gibt tatsächlich Änderungen, die beachtet werden müssen, damit die Abgasuntersuchung auch künftig korrekt durchgeführt wird.

 

Klarstellung zur Abhängigkeit von Softwarestand und Messmittelgenauigkeit
Es ist zwar schon etwas länger her, aber die Änderung war wesentlich! Erstmals spielte die Softwareversion, auch als Leitfaden bekannt, nicht mehr die alleinige Hauptrolle. Die Messgenauigkeiten der eingesetzten AU Geräte (Otto- wie Dieselmodule) kamen als Entscheidungskriterium dazu. Plötzlich war auch der Blick auf die Rückseite der AU-Geräte notwendig, um entscheiden zu können, welche Fahrzeuge (Euro-Norm) die anerkannte Werkstatt (aW) denn nun prüfen darf. Die oben gezeigte Ampel-Abbildung veranschaulicht die Zusammenhänge. Daher sollten aW gerade bei älteren AU-Geräten „den Blick nach hinten“ wagen.


Neues zur Partikelmessung
Die PN-Messung (PN=Partikelanzahlkonzentration) ist schon länger im Gespräch. Zum 01.01.2023 wird sie endlich eingeführt.  Damit sind ab diesem Zeitpunkt an allen Diesel-Fahrzeugen (außer Krafträdern) mit der Euro-Norm 6/VI Partikelmessungen durchzuführen. Die bisherige Trübungsmessung gilt dann nur noch für Diesel-Fahrzeuge bis einschließlich Euro-Norm 5/V. Rechtzeitig zur Einführung wird mit dem Leitfaden 6 eine neue Softwareversion für die AU-Geräte bereitgestellt. Für nicht OBD-fähige Fahrzeuge ist eine Ausnahmeregelung vorgesehen. 

 

Erstmals werden von der AU-Software dann auch die vom fahrzeugeigenen Verbrauchsmessgerät (On-Board Fuel Consumption Meter) ermittelten Kraftstoff- und Elektrizitätsverbrauchsdaten ausgelesen und mittels Schnittstelle direkt an das KBA gemeldet.


Die Messgeräte für die Partikelmessung sollen auch als separate Module (wie heute schon die Opazimeter für Diesel-AU) verfügbar bzw. nachrüstbar sein. Aussagen zu den Kosten waren von den Herstellern noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Neues zur Kalibrierung von AU-Geräten
Die Kalibrierung ist zwischenzeitlich eine bekannte Größe im Werkstattalltag geworden. Erfahrungen aus der Praxis und die Notwendigkeit der Einbindung der PN-Messgeräte haben zu einer Überarbeitung der Kalibrierrichtlinie (RiLi) aus 2018 geführt. Die neue RiLi wird zum 01.01.2023 die bisherige ablösen. Vor der ersten Inbetriebnahme muss eine normkonforme Erstkalibrierung durchgeführt werden. Bei einem Eingriff ins Gerät, wie z.B. bei einer Reparatur oder Wartung nicht aber bei einer Justage, muss eine neue Kalibrierung stattfinden. Die Frist für die Wiederholungskalibrierungen bleibt wie bisher jährlich und monatsgenau. Der Kalibrierschein (außer die Erstkalibrierung) ist als Kopie in der Zentralen Datenbank und durch einen QR-Code am AU-Gerät selbst (siehe Abb.) zu hinterlegen. Ist eine Justage erforderlich, sind die Messwerte vor der Justierung aufzunehmen und auf dem Kalibrierschein zu dokumentieren.