Ausgabe 02 | 2026

Innenspiegel

Positive Entwicklung: Digitale Prüfungsverfahren im Kfz-Handwerk

Digital-Rekord im Kfz-Handwerk

Das Kfz-Handwerk in NRW treibt die Digitalisierung seiner Prüfungen konsequent voran. Das wurde bei der Frühjahressitzung des Berufsbildungsausschusses NRW am 16. April 2026 deutlich. Unter der Leitung von René Gravendyk standen vor allem die aktuellen Ausbildungszahlen, die Entwicklung im Prüfungswesen und der weitere Weg zur Online-Prüfung im Mittelpunkt.

Bei den neuen Ausbildungsverträgen zeigte sich ein leichter Rückgang. Die Gründe dafür sind vielschichtig und es kommen mehrere Entwicklungen zusammen: weniger angebotene Ausbildungsplätze, demografische Veränderungen und eine stärkere Vorauswahl durch die Betriebe. Kurz gesagt: Der Ausbildungsmarkt bleibt in Bewegung.

Ausführlich befasste sich der Ausschuss auch mit der Winterprüfung 2025/2026. Besonders im Blick stand dabei Teil 2 der praktischen Prüfung. Hier lag die Durchfallquote mit rund 21 Prozent ungewöhnlich hoch. Das ist ein deutliches Signal. Es zeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung und eine enge Begleitung der Auszubildenden bleiben.

Sehr positiv entwickelte sich dagegen die Digitalisierung der theoretischen Prüfung. Bereits im Sommer 2026 legten rund 90 Prozent der Prüflinge die Gesellenprüfung Teil I online ab. Damit wurde erstmals eine neue Größenordnung erreicht. Mehr als 4.000 Prüflinge wurden gleichzeitig digital geprüft. Für das Kfz-Handwerk in NRW ist das ein echter Meilenstein. Aus Papier, Stift und Prüfungsbogen wird Schritt für Schritt ein digitales Prüfungsverfahren, das moderner, effizienter und zukunftsfähiger ist.

Der nächste Schritt ist bereits klar: Bis zur Winterprüfung 2026/2027 soll die vollständige Umstellung auf Online-Prüfungen abgeschlossen sein. Damit professionalisiert sich das Prüfungswesen im Kfz-Handwerk weiter – praxisnah, digital und mit Blick auf die Anforderungen der kommenden Jahre.

Abgerundet wurde die Sitzung durch Informationen zu Austauschprogrammen für Auszubildende sowie zu anstehenden Verbandsveranstaltungen. Dazu zählen unter anderem die Automechanika im Herbst 2026 und die EuroSkills 2027 in Düsseldorf. Berufsbildung bleibt nicht stehen. Sie entwickelt sich in der Werkstatt, im Prüfungssaal und auf internationaler Bühne weiter.