Ausgabe 02 | 2026

Technik | Sicherheit | Umweltschutz

Wie moderne Technik Muskel-Skelett-Erkrankungen im Werkstattalltag reduzieren kann.

Exoskelette: Die Geheimwaffe gegen Verschleiß

Moderne Exoskelette sollen Kfz-Fachkräfte körperlich entlasten und helfen, Muskel-Skelett-Erkrankungen im Werkstattalltag zu reduzieren.

Der Fachkräftemangel ist im Kfz-Handwerk längst Realität. Umso wichtiger wird es, die Gesundheit der vorhandenen Mitarbeitenden zu schützen. Genau hier kommen Exoskelette ins Spiel. Die tragbaren Assistenzsysteme unterstützen bei körperlich belastenden Arbeiten, etwa beim Reifenwechsel, beim Heben schwerer Bauteile oder bei Tätigkeiten über Schulterhöhe. Sie sollen nicht den Menschen ersetzen, sondern seine Belastung reduzieren.

Der Bedarf ist groß. Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen rund ein Viertel aller Ausfalltage im Handwerk. Besonders der Rücken wird im Werkstattalltag stark beansprucht. Passive Exoskelette arbeiten dabei ohne Motoren. Sie nutzen Federn oder Elastomeren, speichern Bewegungsenergie beim Bücken und geben diese beim Aufrichten wieder ab. Je nach Tätigkeit sinkt die Belastung des unteren Rückens um bis zu 60 Prozent.

Auch wirtschaftlich lohnt sich der Blick auf die Technik. Die Anschaffungskosten liegen meist zwischen 900 und 5.000 Euro. Bereits wenige vermiedene Krankheitstage können die Investition rechtfertigen. Gleichzeitig signalisiert der Betrieb, dass ihm die Gesundheit seiner Mitarbeitenden wichtig ist.

Entscheidend bleibt jedoch die Akzeptanz im Team. Exoskelette müssen zum Einsatzbereich und zum Träger passen, weswegen sich eine Testphase mit verschiedenen Modellen empfiehlt. Für den Einstieg bietet die BGHM mit der DGUV Information 208-062 eine praxisnahe Orientierungshilfe.

Die Übersicht finden Sie hier.