Ausgabe 03 | 2026
Innenspiegel
Erstes gemeinsames Lehrerseminar von KFZ-NRW.
Neue Impulse für den Unterricht
Beim ersten gemeinsamen Lehrerseminar von KFZ-NRW standen digitale Gesellenprüfungen, neue Ausbildungsinhalte und der sinnvolle Einsatz Künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt.
Berufliche Bildung lebt davon, dass Theorie, Prüfung und Werkstattpraxis zusammenpassen. Deshalb brachte KFZ-NRW am 1. Juli 2026 erstmals Aufgabenausschüsse und Autorenteams aus Kraftfahrzeugtechnik, Land- und Baumaschinentechnik, Zweiradtechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde zusammen. Das Seminar unter dem Motto „Digitale Prüfung, moderner Unterricht mit KI und praxisnaher Austausch“ in Oberhausen schuf Raum für Fachwissen und neue Ideen.
Klemens Hellenbrand, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung, eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick auf die Veränderungen in Betrieben und Prüfungsausschüssen. Digitale Gesellenprüfungen gewinnen an Bedeutung, Ausbildungsberufe entwickeln sich weiter und KI verändert Unterricht und Prüfungsvorbereitung.
Wie das konkret aussehen kann, zeigte Gerald Neu von Snoopmedia mit Praxisbeispielen. KI kann Lehrkräfte dabei unterstützen, Unterrichtseinheiten zu strukturieren, Materialien zu erstellen und Aufgaben an unterschiedliche Lernstände anzupassen. Auch bei der Prüfungsvorbereitung hilft sie, Themen zu ordnen. Die pädagogische Verantwortung bleibt beim Menschen. KI liefert Vorschläge, Lehrkräfte entscheiden.
Alexander Richrath, Referent Berufsbildung, richtete den Blick anschließend auf die digitale Gesellenprüfung. Die Online-Prüfungsplattform wird kontinuierlich ausgebaut; inzwischen wurden darüber bundesweit mehr als 37.500 Prüfungen durchgeführt. Parallel entwickelt KFZ-NRW digitale Prüfungsprozesse weiter und erweitert die zentrale Aufgabendatenbank. Die digitale Prüfung gehört längst zum Alltag.
Mit der technischen Umstellung allein ist es nicht getan. Prüfungen müssen nachvollziehbar, fachlich belastbar und zuverlässig bleiben. Dafür braucht es Autorenteams und Aufgabenausschüsse, die digitale Aufgaben sorgfältig entwickeln und prüfen. Qualität entsteht durch die Menschen hinter dem System.
Richrath gab zudem einen Ausblick auf geplante Neuordnungen der Ausbildungsberufe sowie auf neue Unterrichts- und Ausbildungsmaterialien. Im Kfz-, Land- und Baumaschinenhandwerk verändert sich das Berufsbild schnell. Elektronik, Software, vernetzte Systeme und neue Antriebe erweitern das klassische Handwerkswissen. Ausbildung muss diesen Wandel aufnehmen, ohne ihre praktische Grundlage zu verlieren.
Beim abschließenden Erfahrungsaustausch brachten die Teilnehmenden Beobachtungen, Ideen und offene Fragen ein. Unter der Moderation von KFZ-NRW wurde diskutiert, wo digitale Prozesse funktionieren und wo nachgebessert werden muss.
Das BBQ-Buffet und der gemeinsame Besuch der Topgolf-Anlage bildeten einen entspannten Abschluss. Gespräche wurden fortgeführt, Kontakte vertieft und Erfahrungen aus verschiedenen Fachrichtungen verbunden.
Das erste Lehrerseminar setzte ein Signal. Digitale Prüfungen, KI und moderne Ausbildungsinhalte gehören zusammen, wenn sie pädagogisch sinnvoll gestaltet werden. Entscheidend bleibt der Mensch, der Technik einordnet, Qualität sichert und Lernende begleitet. Die Zukunft der Berufsbildung wird digitaler – aber sie bleibt eine gemeinsame Aufgabe.
